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11.04.2018

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Giftgasinszenierungen und Weißhelm-Propaganda!

 

Dschihadistischer Pseudozivilschutz im Auftrag westlicher Kriegstreiber!

Sascha A. Roßmüller

Die US-Falken scharren bereits mit den Hufen. In Ost-Ghuta sollen laut den - eine ungesunde Nähe zu islamistischen Extremisten aufweisenden - Weißhelmen zahlreiche Menschen durch Giftgas getötet und verletzt worden sein. Wie kaum anders zu erwarten, richten die westlichen Medien überwiegend den Blick vorwurfsvoll auf Baschar al-Assad. Die syrische Nachrichtenagentur Sana wies die Berichte unterdessen als unwahr zurück. Wer sich bezüglich der Ungereimtheiten der vorangegangen angelasteten Giftgas-Einsätze in Syrien kundig machte, dem drängt sich geradezu der Verdacht auf, ob nicht mittels gezielter Giftgasinszenierungen militärische Interventionen gerechtfertigt werden sollen. Interessant ist allerdings, daß sich die USA und ihre Kollaborateure die Rechtfertigungsgründe von so fragwürdigen Organisationen wie beispielsweise den Weißhelmen liefern lassen. Dabei sollte man in Erinnerung rufen, daß dieses sich als Zivilschützer aufspielende Klientel seitens eines syrischen Al-Qaida-Ablegers schon einmal als "verborgene Soldaten der Revolution" bezeichnet wurde. Daran scheinen sich die westlichen Medien allerdings nicht zu stören.

Im Februar dieses Jahres stellte Russia Today bereits zutreffend fest: „Der lange Atem, mit der einige Medien den mutmaßlich diskreditierten Al-Qaida-Sanitätern die publizistische Treue halten, ist beeindruckend.“ Nachweise für die Nähe der Weißhelme zu radikal-islamistischen Organisationen gibt es zur Genüge. Erst im vergangenen Jahr wies eine Facebook-Analyse des „Inside Syria Media Center“ und des australischen Politikwissenschaftlers Tim Anderson nach, daß zahlreiche Mitarbeiter der Weißhelme auf der Plattform ihre Sympathien für verschiedene Terrororganisationen bekundeten. Überdies war aus Aleppo schon die Klage zu vernehmen, die Weißhelme würden sich lediglich um Geld und die Rettung islamistischer Aufständischer kümmern, nicht aber um die Zivilbevölkerung.

Dieser und weiterer kritischer Fragen sollte beispielsweise auch eine Veranstaltung im Schweizer Presseclub im November 2017 nachgehen. Auf besagter Pressekonferenz beabsichtigten die Journalisten Vanessa Beeley, Richard Labevière und Marcello Ferranda De Noli von der Organisation "Schwedische Ärzte für Menschenrechte" nach intensiven Recherchen vor Ort kritisch über die Weißhelme zu diskutieren. Bezeichnenderweise legten hochrangige Vertreter von „Reporter ohne Grenzen“ dagegen Protest ein. Seitens der Bundesrepublik Deutschland können sich die Weißhelme allerdings der Unterstützung sicher sein. „Deutschland ist nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Geldgeber der Weißhelme. Das Auswärtige Amt hat die Organisation bisher mit 12 Millionen Euro unterstützt“, schrieb das Auswärtige Amt am 16.12.2016. „Die deutsche Unterstützung ist sehr bedeutend für uns“, wird in dieser Meldung Raed Saleh, Direktor der Weißhelme zitiert.

Der angeblich erneute Giftgas-Angriff in Ost-Ghuta darf mit berechtigter Skepsis betrachtet werden, zumal Assads Truppen mit konventionellen Waffen ausreichend erfolgreich Fortschritte erzielen, ohne den USA einen Interventionsgrund zu liefern. Immerhin kam es unmittelbar nach den Anschuldigungen zu Luftangriffen auf den Militärflughafen Taifur in der Provinz Homs, für die die syrische Nachrichtenagentur Sana Israel verantwortlich macht, das F-15-Kampfjets eingesetzt haben soll. Überdies wurden laut Militärärzten des „Zentrums für die Versöhnung der Konfliktparteien“, die medizinische Einrichtung der Stadt besuchten, bei den dort behandelten Patienten keine Anzeichen einer chemischen Vergiftung diagnostiziert. „Ich sehe keinen Grund, warum Assad das tun würde, es gibt keinen Grund für Russland, das zu tun. Im Gegensatz zu Russland und Syrien haben jedoch die Kräfte, die die USA in Syrien halten wollen, ein klares Motiv. Es gibt so viele, die Ärger machen wollen, und die Leute, die wollen, dass wir dort bleiben“, äußerte aktuell Ron Paul der langjährige Kongressabgeordnete und ehemalige US-Präsidentschaftskandidat und spekulierte, ob nicht vielmehr Trumps jüngstes Versprechen, Syrien absehbar verlassen zu wollen, die Falken in der US-Regierung zum Handeln veranlasst haben könnte. Während im Januar 2016 die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) erklärte, daß „alle chemischen Waffen, die von der syrischen Regierung deklariert worden sind, vernichtet wurden“, hat das russische Verteidigungsministerium schon im Februar bekannt gegeben, über Informationen zu verfügen, wonach die Al-Nusra-Front in Zusammenarbeit mit den Weißhelmen Chlorbehälter in ein Dorf in der Provinz Idlib gebracht hätte. Bereits im April 2013 berichtete die Nuclear Threat Initiative (NTI), daß Kämpfer der al-Nusra-Front in Aleppo in den Besitz von großen Mengen Chlorgas gelangt seien. Und schon im August 2012 hatte die Assad-Regierung den UN-Sicherheitsrat vor einem möglichen Einsatz des Chlorgases als Waffe durch die al-Nusra-Front gewarnt und eine UN-Untersuchungskommission nach Syrien eingeladen.

Und just nachdem der Kreml die USA in Syrien zur Besonnenheit gemahnt hat, droht der US-Präsident mit einem Militärschlag. Die Welt sollte nun mehr denn je bestrebt sein, sich weder schlafwandlerisch, noch manipuliert vom kalten in einen heißen Krieg treiben zu lassen! Hierzu ist man gegenwärtig gut beraten, sich Hiram Johnsons Feststellung zu erinnern: „Das erste Opfer des Krieges die Wahrheit.“

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