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12.03.2022

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Gerechte Äquidistanz in der Ukraine/Russland-Frage

Axel Michaelis

Die Ursachen, Gründe und Erklärungen für den russisch-ukrainischen Konflikt, der leider in einem offenen Krieg mündete, sind vielfältig und vielschichtig. Ein Komplex dieser Vielschichtigkeit ist die Bewertung der ethnischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Russen und Ukrainern. Rußlands Präsident Putin sprach es den Ukrainern ab, ein eigenständiges Volk zu sein und bezeichnete sie – historisch korrekt – als Kleinrussen. Die Masse der ukrainischen Staatsbürger, u.a. auch solche mit russischer Muttersprache, sehen sich jedoch als ein eigenständiges Volk. Nun ist es zweifellos so, daß eine Volkszugehörigkeit bekanntlich nicht allein nur biologisch, sondern an verschiedenen weiteren Merkmalen festgemacht wird, als da neben der gemeinsamen Abstammung sind Sprache und Kultur sowie die gemeinsam erlebte Geschichte. Auf individueller Basis sozusagen das gemeinsame Schicksal, welches jeder Einzelne mit seiner Familie und mit seinen Vorfahren erlebt, erfahren und erfühlt hat. Ein zugewanderter Nigerianer, beispielsweise, mit deutscher Staatsangehörigkeit wird auch bei bestem Willen nicht die alle deutschen Familien prägende Erfahrung des Zweiten Weltkrieges nachempfinden, die Urangst der Deutschen vor Inflation oder die – solange in diesem Land noch Wissen statt Propaganda vermittelt wurde – Erinnerung an die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, welche bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, das Denken und Handeln deutscher Politiker mitprägte.

Wille zur Selbstbehauptung und Nationsbewusstsein

Aber unabhängig davon können sich Menschen gleicher oder auch verschiedener Volkszugehörigkeit zu einer Nation zusammenfinden, wenn sie durch gemeinsames Bewußtsein einen gemeinsamen diesbezüglichen Willen entwickelt haben. Das beste Beispiel hierfür ist die Schweiz, in der sich Deutschschweizer, Rätoromanen, die französischsprachigen Bürger in der Romandie und die italienischsprachigen Tessiner zum „Schweizervolk“ zusammengefunden haben. Allerdings muss, um Missverständnissen vorzubeugen, festgehalten werden, dass dies dennoch eine völlig andere Konstellation ist, als in den ethnischen Flutungsgebieten in Berlin-Neukölln, Duisburg-Marxloh und ähnlicher „lost places“, in der eine linksrotgrüne „Identitätspolitik“ zu Segregation und Gesellschaftszerstörung führt. Aus historischen Erfahrungen heraus haben sich aber offenbar die große Mehrheit der ukrainischen Staatsbürger unterschiedlichster ethnischer Herkunft, neben etwa drei Viertel der Menschen, die sich als Ukrainer sehen, etwa 17 Prozent Russen, 400 000 Rumänen, 150 000 Ungarn, weiterhin Bulgaren, Griechen, Albaner, Juden und Splitter anderer Völker, entschlossen in einem unabhängigen Nationalstaat zu leben. Die Gründe dafür sind vielfältig, sie erinnern an andere Staatsteilungen und Sezessionen, wie die Teilung der Tschechoslowakei in Tschechien und die Slowakei, die Abspaltung Eritreas von Äthiopien, die Abspaltung des Südsudan vom Sudan, die Auflösung Jugoslawiens, die darauf folgende Sezession des Kosovo oder angestrebte Unabhängigkeiten Schottlands vom Vereinten Königreich oder Kataloniens von Spanien. Der Drang der Ukrainer nach Unabhängigkeit wurde schließlich verstärkt durch ihr nationales Trauma, dem Holodomor– dem von der Moskauer Zentrale der kommunistischen Terrorherrschaft bewußt herbeigeführte Hungertod von etwa fünf Millionen Ukrainern Anfang der 1930er Jahre – aus dem heraus ein Wille zur Selbstbehauptung und Unabhängigkeit intensiviert wurde. Dies sollte in der Bewertung der aktuellen Ereignisse niemals aus den Augen verloren werden.

Ethnie, Identität und Geschichtserfahrung

Wir Deutschen finden in unserer Geschichte viele Gemeinsamkeiten mit dem gestörten Verhältnis zwischen Ukrainern und Russen. Ein kleiner verständnisfördernder Exkurs: Vor über 1000 Jahren fanden nach Jahrhunderten des Überganges Franken, Sachsen, Bajuwaren, Alemannen, Hessen, Thüringer und – als einziger nordgermanischer Stamm – Friesen zusammen und begriffen sich als Deutsche, als ein Volk. Der Staat aller Deutschen wurde – wiederum nach Jahrhunderten des Überganges – zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 begraben. Die Schweiz verließ mit dem Westfälischen Frieden das Reich, aber auch die Sieben Vereinigten Provinzen, die 80 Jahre lang ohne die Hilfe ihres Kaisers den Krieg gegen die spanische Besatzung geführt hatten, wollten nun ihre Unabhängigkeit und wurden zur späteren Niederlande. Zweifellos sind die Niederländer in jeder Hinsicht ethnische Deutsche, denn der Unterschied zwischen den Einwohnern von Herzogenrath in Nordrhein-Westfalen und Kerkrade in der Provinz Limburg ist geringer, als der zwischen einem Münchner und einem Nürnberger. Die niederländische Standardsprache basiert sehr stark auf dem Dialekt, der früher mächtigsten Provinz Holland. Der südniederfränkische Dialekt wird in den niederländischen Provinzen Brabant und Limburg bis ins bergische Remscheid in Nordrhein-Westfalen gesprochen. Und doch muß man die Niederländer heute als eigenständiges Volk ansehen, weil sie aus ihrer Identität ein Bewußtsein zum Willen zu einer eigenen Nationentwickelt haben. Nicht zuletzt haben sie ihren Dialekt zur Schriftsprache entwickelt und sich so vom restlichen deutschen Kulturraum emanzipiert und separiert, zu dem neben den Deutschen in der BRD und in Österreich sowie Südtirol, im weiteren Sinne auch die Deutschen in Luxemburg,  Elsaß-Lothringen, der Schweiz und Liechtenstein gehören.

Der schicksalhafte Zeitpunkt

Nationale Identitäten, daß Bewußtsein zu einem Volk zu gehören oder eben nicht, seiner Identität in einem eigenen Staat, der Nation, die politische Form zu geben, ist das Ergebnis kollektiver geschichtlicher Erfahrungen, politischer Ereignisse eines schicksalhaften Zeitpunktes. Möglicherweise erleben wir daher in diesen Tagen nicht den Zerfall, sondern erst endgültig die Nationswerdung der Ukraine, dessen Gründungsmythos (welcher womöglich noch in vielen Generationen von den Ukrainern besungen werden wird) paradoxerweise von demjenigen herbeigeführt wurde, der Russen und Ukrainer einigen wollte: Rußlands Präsident Putin. Die Geschichte kennt oftmals nur ihre eigenen Gesetze und ist vor allem nicht in ihrem Lauf determiniert, wie die Marxisten glauben.

Angemessene Äquidistanz

Wir Deutschen sollten – hier wie auch in ähnlich gelagerten Fällen – eine Äquidistanz zu beiden Konfliktparteienhalten, wobei persönliche Sympathien oder Zuneigungen weniger eine Rolle spielen müssen. Es ist unsinnig, den durch und durch korrupten ukrainischen Staat, der jahrelang Erdgas gestohlen hat, welches über ihr Territorium von Rußland nach Mitteleuropa geleitet wurde und dafür noch Milliarden Euro an Durchleitungsgebühren erhielt, und der seit 2014 zu einem Vorposten der „westlichen Wertegemeinschaft“, sprich der USA, aufgebaut wurde, zum Verteidiger unserer angeblichen Freiheit vor einer herbeihalluzinierten russischen Bedrohung verklären. Doch ebenso wenig ist Rußland, ob mit oder ohne Präsident Putin, der seit einigen Jahren genau wie die hiesige politische Klasse überall nur noch Faschisten und Nazis am Werk sieht, der allein heilsversprechende Verbündete oder gar Freund Deutschlands. Berücksichtigen wir die Volatilität der Geschichte und vergessen dabei auch nicht die Erfahrungen vom Siebenjährigen Krieg, über den Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg. Bismarck lehrte uns, daß es zwischen Staaten nur gemeinsame Interessen geben kann, die aber auch nicht per se auf ewig angelegt sein müssen. Beide Seiten, die Ukraine und Rußland, kämpfen für etwas, was den Deutschen heutzutage völlig gleichgültig wurde: die einen für ihre nationale Unabhängigkeit, die anderen um einen Platz auf Augenhöhe unter den Führungsmächten dieser Erde. Deutschland begnügt sich derweil, Weltmeister in Moral, Weltenrettung und Humanität zu sein. Das wird für die Zukunft zu wenig sein, und dafür wird unser Volk sehr, sehr teuer bezahlen und das in vielerlei Hinsicht

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